Katholisches Messbuch des Tages: Donnerstag, Oktober 22 2026
DONNERSTAG
TAGESgebet
Gott,nach deinem geheimnisvollen Ratschluss
lässt du die Kirche
am Leiden deines Sohnes teilhaben.
Stärke unsere Brüder,
die wegen des Glaubens verfolgt werden.
Gib ihnen Geduld und Liebe,
damit sie in ihrer Bedrängnis auf dich vertrauen
und sich als deine Zeugen bewähren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus. (MB 1050)
Oder ein anderes Tagesgebet (vgl. S. 2).
Jahr I
ZUR LESUNG Für Menschen gibt es letzten Endes nur zwei Möglichkeiten, und die beiden schließen sich gegenseitig aus: Tod oder Leben. Dieses Entweder-Oder ist der Grundton des ganzen Abschnitts 6, 15–23. Tod und Leben sind zwei Welten, die nicht zeitlich voneinander geschieden sind; sie sind Mächte und Möglichkeiten, die in der Gegenwart („Jetzt“, V. 22) gegeneinander im Kampf stehen („Gesetz–Gnade“, V. 15; „Sünde–Gehorsam“, V. 16; „Sünde–Gerechtigkeit“, V. 18). Ewiges Leben oder ewiger Tod sind in unserem gegenwärtigen Handeln verborgen immer schon mitgegeben. Durch die Taufe ist der Christ von der Welt der Sünde geschieden, vom „Dienst der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit“ (V. 19) frei geworden. Die entscheidende Frage ist, ob er zu dieser seiner Vergangenheit, die immer noch ihre Anziehungskraft hat, zurückkehrt oder in klarer Eindeutigkeit den Weg in die Zukunft, in das Leben geht. – Röm 12, 1; Joh 15, 8.16; Gal 6, 8; Röm 5, 12–21; Jak 1, 15.
ERSTE Lesung Röm 6, 19–23
Jetzt seid ihr, aus der Macht der Sünde befreit, zu Sklaven Gottes geworden
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulusan die Gemeinde in Rom.
Schwestern und Brüder!
19Wegen eures schwachen Fleisches rede ich nach Menschenweise:
Wie ihr eure Glieder
in den Dienst
der Unreinheit und der Gesetzlosigkeit gestellt habt,
sodass ihr gesetzlos wurdet,
so stellt jetzt eure Glieder
in den Dienst der Gerechtigkeit,
sodass ihr heilig werdet!
20Denn als ihr Sklaven der Sünde wart,
da wart ihr der Gerechtigkeit gegenüber frei.
21Welche Frucht hattet ihr damals?
Es waren Dinge, deren ihr euch jetzt schämt;
denn sie bringen den Tod.
22Jetzt aber, da ihr aus der Macht der Sünde befreit
und zu Sklaven Gottes geworden seid,
habt ihr eine Frucht,
die zu eurer Heiligung führt und das ewige Leben bringt.
23Denn der Lohn der Sünde ist der Tod,
die Gabe Gottes aber
ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.
ANTWORTPSALM Ps 1, 1–2.3.4 u. 6 (Kv: vgl. Jer 17, 7)
Kv Gesegnet, wer auf den Herrn vertraut. – KvGL 31, 1, IV. Ton
1Selig der Mann, der nicht nach dem Rat der Frevler geht, /
nicht auf dem Weg der Sünder steht, ∗
nicht im Kreis der Spötter sitzt,
2sondern sein Gefallen hat an der Weisung des Herrn, ∗
bei Tag und bei Nacht über seine Weisung nachsinnt. – (Kv)
3Er ist wie ein Baum, gepflanzt an Bächen voll Wasser, /
der zur rechten Zeit seine Frucht bringt ∗
und dessen Blätter nicht welken.
[ ] Alles, was er tut, ∗
es wird ihm gelingen. – (Kv)
4[ ] Nicht so die Frevler: ∗
Sie sind wie Spreu, die der Wind verweht.
6Denn der Herr kennt den Weg der Gerechten, ∗
der Weg der Frevler aber verliert sich. – Kv
Jahr II
ZUR LESUNG Der ganze Epheserbrief ist in einer Atmosphäre des Gebets geschrieben. Mit einem feierlichen Gebet und mit Amen (3, 21) schließt der lehrhafte Teil dieses Briefs. Hier kommt das in Kapitel 1 begonnene Gebet erst zum Ende; die Ausführungen über Gottes ewigen Geschichtsplan und dessen Verwirklichung in Christus und in der Kirche münden in den Wunsch, dass durch die Kirche und durch Christus Jesus Gott verherrlicht werde. Kein anderes Ziel konnte Gott der geschaffenen Welt geben als „das Lob seiner Herrlichkeit“ (1, 6.12.14). Aber Lob setzt Wissen voraus; man lobt sinnvollerweise nur das, was man kennt. Darum bittet der Apostel für die Gemeinde um eine Erkenntnis, die bis in die Tiefen der Gottheit reicht. Eine solche Erkenntnis ist Glaube und Liebe zugleich. Durch sie wohnt Christus im Herzen der Menschen, in jener tiefen Mitte, aus der alles Erkennen und Lieben hervorquillt. Mit der Erkenntnis wächst die Liebe und mit der Liebe die Erkenntnis. Nur eine lebendige Kirche, nur eine Gemeinde, die ständig im Glauben und in der Liebe wächst, kann der Welt die frohe Botschaft weitergeben. – Zu 3, 14–15: Röm 14, 11; Phil 2, 10–11. – Zu 3, 16–19: Röm 7, 22; 2 Kor 4, 16; Joh 14, 23; 2 Kor 7, 5; Röm 12, 9–21; Ez 40. – Zu 3, 20–21: Röm 16, 25–27; 2 Kor 3, 10; 9, 14; Phil 4, 7.
ERSTE Lesung Eph 3, 14–21
In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr in die ganze Fülle Gottes hinein erfüllt werden
Lesung
aus dem Brief des Apostels Paulusan die Gemeinde in Éphesus.
Schwestern und Brüder!
14Ich beuge meine Knie vor dem Vater,
15von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf der Erde
seinen Namen hat.
16Er gebe euch Kraft
aufgrund des Reichtums seiner Herrlichkeit,
dass ihr durch seinen Geist gestärkt werdet
im inneren Menschen.
17Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen,
in der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet.
18So sollt ihr mit allen Heiligen dazu fähig sein,
die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen
19und die Liebe Christi zu erkennen,
die alle Erkenntnis übersteigt.
So werdet ihr erfüllt werden
in die ganze Fülle Gottes hinein.
20Dem aber,
der gemäß der Macht, die in uns wirkt,
unendlich viel mehr tun kann,
als wir erbitten oder erdenken,
21ihm sei die Herrlichkeit
in der Kirche und in Christus Jesus
bis in alle Generationen für ewige Zeiten. Amen.
ANTWORTPSALM Ps 33 (32), 1–2.4–5.11–12.18–19 (Kv: vgl. 5b)
Kv Von deiner Huld, o Herr, GL 55, 1, VIII. Ton
ist die Erde erfüllt. – Kv
1Jubelt im Herrn, ihr Gerechten, ∗
den Redlichen ziemt der Lobgesang.
2Preist den Herrn auf der Leier, ∗
auf der zehnsaitigen Harfe spielt ihm! – (Kv)
4Denn das Wort des Herrn ist redlich, ∗
all sein Tun ist verlässlich.
5Er liebt Gerechtigkeit und Recht, ∗
erfüllt von der Huld des Herrnist die Erde. – (Kv)
11Der Ratschluss des Herrn bleibt ewig bestehen, ∗
die Pläne seines Herzens durch alle Geschlechter.
12Selig die Nation, deren Gott der Herr ist, ∗
das Volk, das er sich zum Erbteil erwählt hat. – (Kv)
18Siehe, das Auge des Herrn ruht auf denen, die ihn fürchten, ∗
die seine Huld erwarten,
19dass er ihre Seele dem Tod entreiße ∗
und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. – Kv
Jahr I und II
RUF VOR DEM EVANGELIUM Vers: Phil 3, 8ce.9
Halleluja. Halleluja.
Ich habe alles aufgegeben, um Christus zu gewinnen
und in ihm erfunden zu werden.
Halleluja.
ZUM EVANGELIUM „Feuer“ ist im Alten und Neuen Testament Bildwort für das Gericht (vgl. Mal 3, 2.19; Lk 9, 54; Offb 8, 5). Jesus ist (seit Lk 9, 51) auf dem Weg nach Jerusalem, und er weiß, was dort geschehen wird. Es ist die Zeit der Entscheidung (Joh 12, 31), und Jesus sehnt die Stunde herbei (vgl. Lk 22, 15). Das Wort von der Taufe (12, 50) meint nichts anderes; es ist das Untertauchen im Meer des Leidens (vgl. Jer 38, 4–6.8–10). Feuer und Taufe: beides ist zugleich Gericht und Reinigung und Heil. Jesus, der Gekreuzigte, wird das Zeichen sein, an dem die Geister und Geschicke sich scheiden. Das Kreuz ist Angebot und Anspruch Gottes; wer sich ihm verschließt, ist schon gerichtet (Joh 3, 18). Feuer und Taufe können auch vom Heiligen Geist verstanden werden; das Endergebnis ist aber das Gleiche; der Geist Gottes ist das Feuer, in dem alles geprüft und geläutert und in Reinheit vollendet wird. – 2 Kön 1, 9–15; Jes 8, 12–15; Mt 10, 34–36; Joh 14, 27.
Evangelium Lk 12, 49–53
Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern Spaltung
Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas.
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
49Ich bin gekommen,
um Feuer auf die Erde zu werfen.
Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!
50Ich muss mit einer Taufe getauft werden
und wie bin ich bedrängt,
bis sie vollzogen ist.
51Meint ihr,
ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen?
sondern Spaltung.
52Denn von nun an werden
fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben:
Drei werden gegen zwei stehen
und zwei gegen drei;
53der Vater wird gegen den Sohn stehen
und der Sohn gegen den Vater,
die Mutter gegen die Tochter
und die Tochter gegen die Mutter,
die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter
und die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.
FÜRBITTEN
Christus will, dass wir ihn bekennen und an ihm auch in herausfordernden Zeiten festhalten. Ihn bitten wir:
■ Für alle, denen der Mut fehlt, sich zum Glauben zu bekennen.
■ Für alle Ehepaare und Familien und für alle Völker, die den Dialog und die Auseinandersetzung abgebrochen haben.
■ Für alle, die sowohl in unserer Gesellschaft als auch in den ärmsten Ländern der Welt mit ihrer Not untergehen.
■ Für die Verstorbenen und die Angehörigen, besonders für jene, die sich nicht mehr versöhnen konnten.
Sie alle, die Menschen in unserem Herzen und uns selbst vertrauen wir dir an. Denn du selbst bist der Friede in Ewigkeit. – A: Amen.
Kategorie: Messe nach Jahr / Katholisches Messbuch 2026 / Katholisches Messbuch von Oktober 2026
Veröffentlicht: 2026-07-08T18:00:20Z | Aktualisiert: 2026-07-08T18:00:20Z