Katholisches Messbuch des Tages: Freitag, November 3 2017
Freitag der 30. Woche im Jahreskreis
Freitag der 30. Woche im Jahreskreis
1. LesungBrief des Apostels Paulus an die Römer
9,1-5.]Schwestern und Brüder! Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist:
]Ich bin voll Trauer, unablássig leidet mein Herz.
]Ja, ich wünschte selbst verflucht zu sein, von Christus getrennt, um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind.
]Sie sind Israeliten; ihnen gehören die Sohnschaft, die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse; ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen;
]ihnen gehören die Váter und ihnen entstammt der Christus dem Fleische nach. Gott, der über allem ist, er sei gepriesen in Ewigkeit. Amen.
Psalmen
147,12-13.14-15.19-20.R/ Kv: Jerusalem, rühme den HERRN!
]Jerusalem, rühme den HERRN! Zion, lobe deinen Gott!
]Denn er hat die Riegel deiner Tore festgemacht, die Kinder in deiner Mitte gesegnet.
]Er verschafft deinen Grenzen Frieden, er sáttigt dich mit bestem Weizen.
]Er sendet seinen Spruch zur Erde, in Eile láuft sein Wort dahin.
]Er verkündet Jakob sein Wort, Israel seine Gesetze und seine Entscheide.
]An keinem anderen Volk hat er so gehandelt, sie kennen sein Recht nicht.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk
14,1-6.]Jesus kam an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisáers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau.
]Und siehe, ein Mann, der an Wassersucht litt, stand vor ihm.
]Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisáer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht?
]Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen.
]Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fállt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat?
]Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.
Hl. Hubert()
Hl. Hubert Glaubensbote in den Ardennen, Bischof von Maastricht und Lüttich* um 655 in Toulouse in Frankreich (?) 30. Mai 727 in Tervueren bei Lüttich in BelgienÜber Herkunft und Werdegang Huberts wissen wir nichts. Die Hubertuslegende stammt erst aus dem 11. Jahrhundert und ist nicht historisch. Sicher ist, dass Hubert um 705 Bischof von Maastricht wurde. Spáter übertrug er die Reliquien des hl. Lambert von Maastricht nach Lüttich und verlegte auch seinen Bischofssitz dorthin. Er missionierte in Südbrabant und in den Ardennen, damals noch ein großes Waldgebiet, wohin das Christentum kaum vorgedrungen war. Hubert starb am 30. Mai 727 in der Náhe von Brüssel. Am 3. November 743 wurde sein Leib in der Kathedrale von Lüttich feierlich erhoben; 825 wurde er nach St. Hubert (früher Andagium) in den Ardennen übertragen. - Nach der Legende erschien dem damals noch nicht heiligen Hubert, als er an einem Karfreitag jagte, ein Hirsch mit einem Kreuz zwischen den Geweihen. Hubert gilt als Patron der Jáger, Schützen, Kürschner usw.
Hl. Martin von Porres()
Hl. Martin von PorresOrdensmann* 9. Dezember 1569 in Lima in Peru 3. November 1639 daselbstMartins Vater Juan von Porres war ein nach Lima ausgewanderter spanischer Ritter, seine Mutter eine Einheimische, Tochter afrikanischer Sklaven; ihr verdankte er seine religiöse Erziehung. Martin absolvierte eine heilkundige Ausbildung, durch seine medizinischen Fáhigkeiten und seine liebenswürdige und einfühlsame Art mit Menschen umzugehen, war seine Praxis viel besucht. Bald wurden ihm sogar wundersame Heilungen nachgesagt.1594 bat Martin um die Aufnahme als Laienbruder in den Dominikanerkonvent von Lima. Er wusste, dass ihm als Mulatten verwehrt war, Priester zu werden. Mulatten kamen in der sozialen Rangordnung nach den Weißen, den Indios und den Schwarzen. Erst neun Jahre spáter gewáhrte man ihm die Aufnahme. Er widmete sich hingebungsvoll dem Dienst der Krankenpflege. Nach und nach verwandelte sich das Kloster in ein Krankenhaus, bei dem es im Unterschied zu den anderen Krankenháusern keine Trennung nach Hautfarben gab. Als der Platz im Kloster nicht mehr ausreichte, wandelte Martin auch das Haus seiner Schwester zum Krankenhaus um. Er selbst lebte asketisch, schlief kaum. Die Bevölkerung verehrte ihn, viele sahen in ihm schon zu Lebzeiten einen Heiligen. Er starb an den Folgen einer Typhuserkrankung.
Sel. Rupert Mayer()
Sel. Rupert MayerOrdensmann, Priester* 23. Januar 1876 in Stuttgart in Baden-Württemberg 1. November 1945 in München in BayernAm 23. Januar 1876 wurde Rupert Mayer am Stuttgarter Marktplatz, andemseine Eltern ein Gescháft betrieben, geboren. Er und seine fünfGeschwister wuchsen in einem religiösen und weltoffenen Elternhausauf.Nach dem Abitur 1894 begann Rupert mit dem Studium der TheologieinFribourg/Schweiz, München und Tübingen. Am 2. Mai 1899 wurde er inRottenburg zum Priester geweiht, im Oktober 1900 begann er sein Noviziat bei den Jesuiten. Wegen der Kulturkampfgesetze in Deutschland musste er seine gesamte Ordensausbildung in Österreich und den Niederlanden absolvieren.Von 1906-1911 war P. Rupert Mayer mit der Durchführung von Volksmissionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden beauftragt. 1912 wurde er Seelsorger fürdie Zuwanderer in München - eine Aufgabe, die er mit großem Engagement wahrnahm. Er sammelte einen Kreis von Menschen verschiedenster Berufe um sich, machte Hausbesuche, vermittelte Arbeitsplátze und half aus mancher Not. Im Ersten Weltkrieg stand er als Divisionspfarrer den Soldaten, die ihn sehr schátzten, bei. 1916 erlitt er eine Verletzung, so dass sein linkes Bein amputiert werden musste.In der politisch unruhigen Zeit nach dem Ersten Weltkrieg rief er die Menschen zur inneren Erneuerung, zur Hinwendung auf Gott und zu gelebtem Christentum auf. Er besuchte politische Veranstaltungen aller Richtungen, auch kirchenfeindlicher Gruppen, kannte seine Gegner und konnte somit auf Angriffe reagieren. Der Mánnerseelsorger Mayer wurde 1921 von Kardinal Faulhaber zum Práses der »Marianischen Mánnerkongregation« ernannt, deren Mitgliederzahl in den folgenden Jahren deutlich anstieg. Rupert Mayer machte sie zu einem Zentrum einer neuen Großstadtseelsorge. Der Caritasapostel und »15. Nothelfer« Münchens half vielen Bedürftigen auch materiell. Beispielhaftfür sein pragmatisches Handeln angesichts der veránderten Lebensgewohnheiten der Menschen waren die von ihm initiierten seit 1925 sonntags gehaltenen Bahnhofsgottesdienste für die Ausflügler.Von großer Bedeutung war für den Seelsorger Mayer immer die Glaubensverkündigung. Die Menschen schátzten seine deutlichen Worte zu aktuellen Problemen der Zeit auf der Kanzel von St. Michael und bei Versammlungen. So erkannte er bereits in den 20er Jahren die Gefahr, die vom Nationalsozialismus ausging. Auch nach 1933verteidigte er christliche Grundsátze und griff somit die Machthaber direkt an, wohl wissend, dass jedes seiner Worte genau registriert wurde. Stets ging es ihm um die Glaubensverkündigung in Wort und Tat. So stand er am 18. Mai 1935, als die Caritas-Sammlung verboten wurde, selbst mit der Sammelbüchse vor der St. Michaelskirche und protestierte bei den zustándigen Stellen. Im April 1937 erfolgte einRede- und Predigtverbot, am 5. Juni die Verhaftung, nachdem er mit Billigung der Ordensoberen weiter gepredigt hatte. Dies führte zur Entrüstung unter Münchens Katholiken. Am 4. Juli 1937 stieg Michael Kardinal Faulhaber auf die Kanzel von St. Michael, um in der Predigt »Flammenzeichen rauchen« beim Hauptkonvent der Mánnerkongregation die Verdienste des Bekenners Mayer zu würdigen und gegen die Verhaftung des Mánnerapostels zu protestieren. Nach einem Prozess im Juli 1937 vor dem Sondergericht München wurde P. Rupert Mayer verurteilt, jedoch freigelassen.Aufgrund weiterer Predigttátigkeit wurde er am 5. Januar 1938 verhaftet und in Landsberg am Lech inhaftiert. Durch eine Amnestie kam er am 3. Mai 1938 frei. Obwohl er sich auf Weisung seines Provinzials und des Kardinals nun dem Predigtverbot fügte, kam es am 3. November 1939 zu einer dritten Verhaftung, weil er sich weigerte, Auskunft über seine Seelsorgegespráche zu geben. Nachdem sich sein Gesundheitszustand im KZ Sachsenhausen deutlich verschlechterte, stimmten die Machthaber, die aus ihm keinen Mártyrer machen wollten, einer Isolation des Paters im August 1940 in Ettal zu, wo er bis Kriegsende lebte. Er fühlte sich als sei er »lebend ein Toter«. Im Mai 1945 kehrte Rupert Mayer nach München zurück, wo sich der unermüdlich Scheinende für den geistigen und materiellen Wiederaufbau Münchens einsetzte. Diese aufopfernde Tátigkeit hat ihn geschwácht. AnAllerheiligen 1945 erlitt P. RupertMayer wáhrend seiner Predigt einen Schlaganfall und verstarb wenig spáter. Seine letzten Worte »der Herr«bezeichneten die Mitte seinesLebens.
Oración
Alle unsere Anmutungen und Vorsátze,
alle unsere Schwierigkeiten und Versuchungen,
alle unsere Kámpfe und Leiden,
alle unsere Sorgen und Ángste
legen wir mit unermesslichem,
unerschütterlichem Gottvertrauen nieder
in das Herz unseres Erlösers.
Wenn Gott mit uns ist,
wer ist dann qegen uns?
P. Rupert Mayer
Kategorie: Messe nach Jahr / Katholisches Messbuch 2017 / Katholisches Messbuch von November 2017
Veröffentlicht: 2026-07-14T18:16:17Z | Aktualisiert: 2026-07-14T18:16:17Z