Katholisches Messbuch des Tages: Dienstag, November 22 2016
Dienstag der 34. Woche im Jahreskreis
Dienstag der 34. Woche im Jahreskreis
1. LesungBuch der Offenbarung
14,14-19.]Ich, Johannes, sah eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand.
]Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schick deine Sichel aus und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen: Die Frucht der Erde ist reif geworden.
]Und der auf der Wolke saß, schleuderte seine Sichel über die Erde und die Erde wurde abgeerntet.
]Und ein anderer Engel trat aus dem himmlischen Tempel. Auch er hatte eine scharfe Sichel.
]Vom Altar her kam noch ein anderer Engel, der die Macht über das Feuer hatte. Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde! Seine Beeren sind reif geworden.
]Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.
Psalmen
96(95),10.11-12.13.R/ Kv: Der Herr wird kommen, um die Erde zu richten.
]Verkündet bei den Nationen: Der HERR ist König!
Fest ist der Erdkreis gegründet, er wird nicht wanken.
Er richtet die Völker so, wie es recht ist.
]Der Himmel freue sich, die Erde frohlocke, es brause das Meer und seine Fülle.
]Es jauchze die Flur und was auf ihr wáchst. Jubeln sollen alle Báume des Waldes
]Jubeln sollen alle vor dem HERRN, denn er kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis in Gerechtigkeit und die Völker nach seiner Treue.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk
21,5-11.]In jener Zeit, als einige darüber sprachen, dass der Tempel mit schön bearbeiteten Steinen und Weihegeschenken geschmückt sei, sagte Jesus:
]Es werden Tage kommen, an denen von allem, was ihr hier seht, kein Stein auf dem andern bleibt, der nicht niedergerissen wird.
]Sie fragten ihn: Meister, wann wird das geschehen und was ist das Zeichen, dass dies geschehen soll?
]Er antwortete: Gebt Acht, dass man euch nicht irreführt! Denn viele werden unter meinem Namen auftreten und sagen: Ich bin es! und: Die Zeit ist da. – Lauft ihnen nicht nach!
]Wenn ihr von Kriegen und Unruhen hört, lasst euch nicht erschrecken! Denn das muss als Erstes geschehen; aber das Ende kommt noch nicht sofort.
]Dann sagte er zu ihnen: Volk wird sich gegen Volk und Reich gegen Reich erheben.
]Es wird gewaltige Erdbeben und an vielen Orten Seuchen und Hungersnöte geben; schreckliche Dinge werden geschehen und am Himmel wird man gewaltige Zeichen sehen.
Hl. Cäcilia()
Hl. CáciliaMártyrerin* um 200 in Rom 22. November 230 (?) daselbstCácilia soll eine hübsche adlige Römerin gewesen sein, die sich schon als Kind allein Christus angetraut fühlte. Die Eltern verheirateten sie aber mit dem heidnischen Jüngling Valerianus; bei der Hochzeitsfeier habe sie unter dem Brautkleid ein Schmerzen bereitendes Hemd getragen. Im Brautgemach offenbarte sie dem Bráutigam: Ein Engel steht mir als Beschützer meiner Reinheit zur Seite. Valerianus gestand ihr die Unberührtheit zu unter der Bedingung, dass er den Engel sehen dürfe. Sie bewegte ihn, den greisen römischen Bischof Urban I. aufzusuchen, der ihn bekehren und taufen solle, dann könne er den Engel sehen. Valerianus erschien ein heiliger Greis und hielt ihm ein mit Goldbuchstaben geschriebenes Buch vor, Valerianus kam zum Glauben und wurde von Urban getauft.Zu Cácilia zurückgekehrt sah er den Engel bei ihr, der reichte ihnen Kránze von Lilien und Rosen, die den Raum mit himmlischem Duft erfüllten. Als der Bruder des Valerianus, Tiburtius, hinzukam, wunderte er sich über den Rosenduft und wurde auch bekehrt.Als Valerianus und Tiburtius verbotenerweise die Leichen von hingerichteten Christen beerdigten, wurden sie ins Gefángnis geworfen. Ihnen wurde ein Ritter Maximus als Wáchter gegeben, sie bekehrten auch diesen; der Práfekt Almachius ließ Maximus mit Bleiklötzen schlagen und alle drei enthaupten, da ihr ausführlicher Disput ihn nicht überzeugen konnte.Cácilia begrub die drei Mánner; Almachius forschte nach dem Gut der Hingerichteten, fand Cácilia und bedrohte sie. Cácilia überzeugte ihre weinenden Diener vom Glauben, Urban taufte diese mit 400 anderen.Nach heftigem Streit ließ Almachius Cácilia in ein kochendes Bad setzen, doch sie fühlte nur Kühle. Daraufhin versuchte der Henker drei Mal sie durch Schwerthiebe zu enthaupten, er soll es aber nicht geschafft haben, den Kopf der hals-starrigen Cácilia abzuschlagen; die schwer Verwundete lebte noch drei Tage, vermachte ihr Gut den Armen, bekehrte weitere Umstehende und wurde dann - gekrümmt, wie sie zuletzt lag - in golddurchwirktem Gewand in einen Zypressensarg gelegt; nach der Überlieferung wurde sie bei der Sargöffnung 1599 so gefunden. Urban I. bestattete sie in der Callistus-Katakombe in Rom neben den Bischöfen und weihte ihr Haus zu einer Kirche.Die Frage nach der historischen Existenz der Cácilia und den Ursprüngen ihrer Verehrung gehören zu den umstrittensten Problemen der römischen Heiligenverehrung. Weder die Förderer der Jungfráulichkeit, der römische Bischof Damasus I. oder Ambrosius von Mailand, noch Hieronymus oder Augustinus, noch der römische Festkalender von 354 kennen Cácilia. Da ihre Leidensgeschichte offenbar von Einflüssen durch Victor von Vita geprágt ist, scheint sie nach 486 entstanden zu sein.In der Katakombe des Callistus entstand im 4. Jahrhundert - möglicherweise zur Zeit des römischen Bischofs Damasus I. - eine Krypta, in der Mitglieder der Familie der Cácilii bestattet wurden; dies wurde dann auf Cácilia übertragen. Im 7. Jahrhundert wurde Cácilias Grab an der Via Appia verehrt.Um die Mitte des 5. Jahrhunderts setzte die Verehrung Cácilias ein, seitdem ist die nach ihr S. Cecilia genannte Kirche im Stadtteil Trastevere ihr geweiht; ab dem Jahr 545 wurde ihr Fest dort am 22. November gefeiert, was durch eine Episode in der Lebensgeschichte des Papstes Vigilius nachgewiesen ist. Die Legende erzáhlt, dass diese Kirche aus dem Haus der Cácilia entstand, aber Ausgrabungen haben erwiesen, dass das Gebáude zu einem Mietshaus nahe eines öffentlichen Bades gehörte. Tatsáchlich war Cácilia nach einer alten Inschrift die Gründerin der Kirche, erst die Legende hat sie zur Mártyrerin gemacht und ihr das Thema der Keuschheit, die am Abend der Hochzeit gelobt wird, zugeschrieben.Als Papst Paschalis I. 819 nach ihrem Grabe suchte, erschien ihm Cácilia; er fand ihren Sarg und ließ ihn in die von ihm über einem Bau des 5. Jahrhunderts neu errichtete Kirche S. Cecilia in Trastevere bringen. Die nach der Sargöffnung um 1599 wohl von Stefano Maderna geschaffene Marmorfigur soll den Leichnam getreu abbilden. Reliquien sind auch in Albi, Cágliari und Hildesheim. Im Mittelalter erhoben mehrere Kirchen den Anspruch, ihren Kopf zu besitzen, was die Popularitát ihrer Verehrung bezeugt.Cácilia ist eine der volkstümlichsten Heiligen, besonders in den romanischen Lándern, ihr Name ein háufig verwendeter Mádchenname. Bekannt ist Cácilia als Nothelferin und seit dem Spátmittelalter als Patronin der Kirchenmusik. Dieses Patronat verdankt sie einem Übersetzungsfehler, nach dem sie auf ihrer Hochzeit selbst die Orgel gespielt haben soll. Eine andere Legende erzáhlt von ihrer Hochzeitsfeier: wáhrend die Musikinstrumente erklangen, sang Cácilia - in ihrem Herzen und nur zu Gott gewandt: Lass, Herr, mein Herz und meinen Körper unbefleckt bleiben, aufdass ich nicht zuschanden werde. Sie wird im ersten Eucharistischen Gebet angerufen.Der Barockkomponist Henry Purcell komponierte 1683 sein Laudate Ceciliam und 1692 das Hail, bright Cecilia. Georg Friedrich Hándel komponierte 1739 seine Ode for St. Cecilia’s Day, auf der Grundlage eines Gedichts des Englánders John Dryden. 1766 komponierte Joseph Haydn die Missa Cellensis in honorem Beatissimae Virginis Mariae, die Cácilienmesse, die lángste Messe, die er geschrieben hat - allerdings eigentlich nicht für das Fest von Cácilia komponiert, sondern für den Wallfahrtsort Mariazell in Österreich, daher der Name Missa Cellensis. Von Benjamin Britten stammt das 1942 entstandene Werk für gemischten Chor Hymn to St. Cecilia mit dem Text des englischen Schriftsteller Wystan Hugh Auden.Heinrich von Kleists Erzáhlung Die heilige Cácilie oder die Gewalt der Musik, von ihm selbst als Wiedergabe einer alten Legende bezeichnet, erschien in der Langform 1881. Sie spielt in Aachen um das Ende des 16. Jahrhunderts, als die Bilderstürmer in den benachbarten Niederlanden wüteten. Das Kloster der heiligen Cácilie sollte auch gestürmt werden. Aber die Heilige - unerkannt in der Gestalt der Schwester Kapellmeisterin - vollbringt schreckliche und herrliche Wunder zugleich: die geheimnisvolle Macht der alten Musik, die sie an die Spitze des Nonnenchors tretend aufführt, bándigt die wilde Rotte, die das Kloster überfiel. Mit Wahnsinn schlágt sie die Anstifter des Frevels, vier gottverdammte Brüder. Das Kloster ist gerettet, und - so Kleist - bestand noch bis zum Schluss des Dreißigjáhrigen Krieges. Der Erzbischof von Trier stellte fest, dass Cácilia selbst dieses Wunder vollbracht habe, der Papst bestátigte es einige Jahre spáter.
Hl. Philemon()
Hl. PhilemonBischof von Kolossá (?), Mártyrer (?)* in Kolossá, beim heutigen Honaz in der Türkei im 1. Jahrhundert daselbstPhilemon war der Herr des Sklaven Onesimus, den Paulus in seinem im Neuen Testament enthaltenen Philemonbrief aufforderte, den ihm Entlaufenen wieder freundlich aufzunehmen, der zum Glauben an Christus gefunden hatte. Philelmon war zuvor schon durch das Wirken des hl. Paulus Christ geworden, wie der Brief zeigt. Der Überlieferung nach ist Philemon dann Bischof seiner Heimatstadt geworden und hat den Mártyrertod erlitten.
Kategorie: Messe nach Jahr / Katholisches Messbuch 2016 / Katholisches Messbuch von November 2016
Veröffentlicht: 2026-07-14T18:16:10Z | Aktualisiert: 2026-07-14T18:16:10Z