Katholisches Messbuch des Tages: Mittwoch, November 20 2019
Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis
Mittwoch der 33. Woche im Jahreskreis
1. LesungZweites Buch der Makkabäer
7,1.20-31.]In jenen Tagen geschah es, dass man sieben Brüder mit ihrer Mutter festnahm. Der König Antiochus wollte sie zwingen, entgegen dem göttlichen Gesetz Schweinefleisch anzurühren, und ließ sie darum mit Geißeln und Riemen peitschen.
]Über alle Maßen muss man über die Mutter staunen. Sie verdient es, dass man sich an sie mit Hochachtung erinnert. An einem einzigen Tag sah sie nacheinander ihre sieben Söhne sterben und ertrug es hochgesinnt in der Hoffnung auf den Herrn.
]Voll edler Gesinnung pflanzte sie ihrem weiblichen Denken mánnlichen Mut ein, redete jedem von ihnen in ihrer Muttersprache zu und sagte zu ihnen:
]Ich weiß nicht, wie ihr in meinem Schoß entstanden seid, noch habe ich euch Atem und Leben geschenkt; auch habe ich keinen von euch aus den Grundstoffen zusammengefügt.
]Nein, der Schöpfer der Welt hat den werdenden Menschen geformt, als er entstand; er kennt die Entstehung aller Dinge. Er gibt euch in seinem Erbarmen Atem und Leben wieder, weil ihr jetzt um seiner Gesetze willen nicht auf euch achtet.
]Antiochus aber glaubte, sie verachte ihn, und er hatte den Verdacht, sie wolle ihn beschimpfen. Nun war nur noch der Jüngste übrig. Auf ihn redete der König nicht nur mit guten Worten ein, sondern versprach ihm unter Schwüren, ihn reich und sehr glücklich zu machen, wenn er von der Lebensart seiner Váter abfalle; auch wolle er ihn zu seinem Freund machen und ihn mit hohen Staatsámtern betrauen.
]Als der Junge nicht darauf einging, rief der König die Mutter und redete ihr zu, sie solle dem Knaben doch raten, sich zu retten.
]Erst nach langem Zureden willigte sie ein, ihren Sohn zu überreden.
]Sie beugte sich zu ihm nieder und, den grausamen Tyrannen verspottend, sagte sie in ihrer Muttersprache: Mein Sohn, hab Mitleid mit mir! Neun Monate habe ich dich in meinem Leib getragen, ich habe dich drei Jahre gestillt, dich ernáhrt, großgezogen und für dich gesorgt, bis du nun so groß geworden bist.
]Ich bitte dich, mein Kind, schau dir den Himmel und die Erde an; sieh alles, was es da gibt, und erkenne: Gott hat das aus dem Nichts erschaffen und so entstehen auch die Menschen.
]Hab keine Angst vor diesem Henker, sei deiner Brüder würdig und nimm den Tod an! Dann werde ich dich zur Zeit des Erbarmens mit deinen Brüdern wiederbekommen.
]Kaum hatte sie aufgehört, da sagte der Junge: Auf wen wartet ihr? Dem Befehl des Königs gehorche ich nicht; ich höre auf den Befehl des Gesetzes, das unseren Vátern durch Mose gegeben wurde.
]Du aber, der sich alle Bosheit gegen die Hebráer ausgedacht hat, du wirst Gottes Hánden nicht entkommen.
Psalmen
17(16),1-2.5-6.8.15.R/ Kv: Dein Angesicht werde ich schauen, wenn ich erwache.
]Höre, HERR, die gerechte Sache, achte auf mein Flehen, vernimm mein Bittgebet von Lippen ohne Falsch!
]Von deinem Angesicht ergehe mein Urteil, deine Augen schauen, was recht ist.
]Fest blieben meine Schritte auf deinen Bahnen, meine Füße haben nicht gewankt.
]Ich habe zu dir gerufen, denn du, Gott, gibst mir Antwort. Wende dein Ohr mir zu, vernimm meine Rede!
]Behüte mich wie den Augapfel, den Stern des Auges, birg mich im Schatten deiner Flügel.
]Ich, in Gerechtigkeit werde ich dein Angesicht schauen, mich sattsehen an deiner Gestalt, wenn ich erwache.
Aus dem Heiligen Evangelium nach Lukas - Lk
19,11-28.]In jener Zeit meinten die Menschen, weil Jesus schon nahe bei Jerusalem war, das Reich Gottes werde sofort erscheinen. Daher erzáhlte er ihnen ein weiteres Gleichnis. Er sagte:
]Ein Mann von vornehmer Herkunft wollte in ein fernes Land reisen, um die Königswürde für sich zu erlangen und dann zurückzukehren.
]Er rief zehn seiner Diener zu sich, verteilte unter sie zehn Minen und sagte: Macht Gescháfte damit, bis ich wiederkomme!
]Seine Bürger jedoch hassten ihn und schickten eine Gesandtschaft hinter ihm her und ließen sagen: Wir wollen nicht, dass dieser Mann über uns König wird.
]Und es geschah, als er die Königswürde empfangen hatte und zurückkehrte, da ließ er die Diener, denen er das Geld gegeben hatte, zu sich rufen. Er wollte sehen, welchen Gewinn sie bei ihren Gescháften erzielt hatten.
]Der erste kam und sagte: Herr, deine Mine hat zehn Minen eingebracht.
]Da sagte der König zu ihm: Sehr gut, du bist ein guter Diener. Weil du im Kleinsten zuverlássig warst, sollst du Herr über zehn Stádte werden.
]Der zweite kam und sagte: Herr, deine Mine hat fünf Minen eingebracht.
]Zu ihm sagte der König: Du sollst über fünf Stádte herrschen.
]Nun kam ein anderer und sagte: Herr, siehe deine Mine. Ich habe sie in einem Schweißtuch aufbewahrt;
]denn ich hatte Angst vor dir, weil du ein strenger Mann bist: Du hebst ab, was du nicht eingezahlt hast, und erntest, was du nicht gesát hast.
]Der König antwortete: Aus deinem eigenen Mund spreche ich dir das Urteil. Du bist ein schlechter Diener. Du hast gewusst, dass ich ein strenger Mann bin? Dass ich abhebe, was ich nicht eingezahlt habe, und ernte, was ich nicht gesát habe?
]Warum hast du dann mein Geld nicht auf die Bank gebracht? Dann hátte ich es bei der Rückkehr mit Zinsen abheben können.
]Und zu denen, die dabeistanden, sagte er: Nehmt ihm die Mine weg und gebt sie dem, der die zehn Minen hat!
]Sie sagten zu ihm: Herr, er hat doch schon zehn.
]Ich sage euch: Wer hat, dem wird gegeben werden; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat.
]Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich ihr König werde – bringt sie her und macht sie vor meinen Augen nieder!
]Nach dieser Rede zog Jesus weiter und ging nach Jerusalem hinauf.
Hl. Edmund()
Hl. EdmundKönig der Ostangeln, Mártyrer* um 840 in England 869 bei Thetford in EnglandEdmund wurde im Alter von 15 Jahren König der Ostangeln, gerühmt wegen seines Einstehens für das religiöse, sittliche und materielle Wohl seines Landes. Die Legenda Aurea erzáhlt, wie Edmund als besonderer Verehrer des Johannes keinem etwas versagte, der ihn in dessen Namen bat. Einem bittenden Pilger gab Edmund seinen Ring. Als ein englischer Ritter sich auswárts zur Heimreise rüstete, überreichte ihm ein Pilger einen Ring mit der Bitte, diesen dem König von England zu überbringen und ihm zu sagen, es sende ihm dies der, umdessentwillen er den Ring erhalten habe. Als 870 die Dánen ins Land einfielen, wurde Edmund gefangengenommen, wegen seiner Glaubenstreue erlitt er Folter und, mit Pfeilen erschossen, den Mártyrertod. Edmunds Grab wurde ein bedeutender Wallfahrtsort.
Hl. Bernward()
Hl. BernwardBischof von Hildesheim* um 960 in Sachsen 20. November 1022 in Hildesheim in NiedersachsenBernward entstammte sáchsischem Hochadel, sein Großvater war Pfalzgraf Adalbero, sein Onkel Folkmar Bischof von Utrecht, seine Tante Rotgard Ábtissin im Reichsstift Hilwartshausen. Er wurde ab 965 von Thangmar, einem berühmten Lehrer in der Domschule in Hildesheim, erzogen. In seiner Ausbildung zeigte er ein Faible für die schönen Künste, eine Begabung, die dort auch gefördert wurde. Von Bischof Willigis von Mainz wurde er zum Priester geweiht.Kaiserin Theophanou machte Bernward 987 zum Hofkaplan und Erzieher des jungen Otto III., der schon seit 983 deutscher König war. * 993 nahm Bernward die Wahl zum Bischof von Hildesheim an, Otto III. schenkte ihm eine Kreuzesrelique. Er förderte das geistliche Leben in seinem Bistum, kümmerte sich intensiv um Arme und Kranke, ließ Stadtmauern und Burgen zur Áußeren Sicherung seines Grenzbistums bauen. 994/995 zog er gegen die aufstándischen Slaven an die Elbe und errichtete zum Schutz der Grenzgebiete die Burgen Mundburg bei Müden an der Aller und Wahrenholz bei Gifhorn. In Italien unterstützte er 1000/1001 Otto III. bei der Einnahme von Tivoli und der Niederwerfung des Aufstandes in der Stadt Rom. 1006/07 beteiligte er sich am Feldzug von König Heinrich II. gegen Graf Balduin von Flandern. Anschließend traf er auf einer Pilgerfahrt nach St-Denis und Tours mit König Robert II. von Frankreich zusammen und erhielt von ihm wertvolle Reliquien.Bernward sorgte für die Intensivierung des geistlichen Lebens, die Hebung der Kirchenzucht und Bildung und für den Ausbau der Kirchenorganisation in seinem Bistum. Neben dem Kloster St. Michael in Hildesheim entstanden auch die Nonnenklöster Heiningen bei Wolfenbüttel und Steterburg in Salzgitter sowie das Chorherrenstift Oelsburg in Ilsede bei Peine. Und er förderte gemáß seiner Veranlagung die kirchliche Kunst: er gründete die Hildesheimer Werkstátten, die einzigartige Werke der Baukunst, Malerei, Gießerei, Goldschmiede- und Buchkunst hervorbrachten. Hildesheim wurde ein Kunstzentrum.1007 legte Bernward den Grundstein zum Bau der Michaeliskirche, der Kirche des von ihm um 1001 gestifteten Benediktinerklosters. Zum von Bernward begonnenen Anbau des Westwerks am Dom wurden die berühmten Bernwardstüren gefertigt; diese Bronzetüren sind eine Bilderbibel für das damals leseunkundige Volk und stellen den ersten dreidimensionalen Guß nördlich der Alpen dar; die dabei verwendeten Techniken hatte Bernward von einer Reise aus dem Orient mitgebracht. Zusammen mit der Bernwardssáule, die der Trajanssáule in Rom nachempfunden ist, gehören sie heute zum Weltkulturerbe. Kurz nach der erneuten Einweihung des Domes, wenige Tage vor seinem Tod, wurde Bernward selbst Benediktiner. Auch die reiche Ausmalung seines Evangeliars und der prachtvolle Abendmahls-Kelch werden seiner bewundernswert kunstfertigen Hand zugeschrieben. Seinen Sarkophag und die Grabplatte habe Bernward zu Lebzeiten selbst angefertigt, die Inschriften legen tatsáchlich seinen persönlichen Anteil nahe.Bernward starb wenige Wochen nach der Weihe von St. Michael. Sein Sarkophag in seiner Michaeliskirche in Hildesheim ist leer, die Reliquien ruhen in der Magdalenenkirche.
Hl. Korbinian()
Hl. Korbinianerster Bischof von Freising* um 680 in Melun bei Paris in Frankreich 8. September um 725 in Freising in BayernKorbinians Vater starb kurz nach der Geburt des Sohnes. Korbinian baute sich im Alter von 22 Jahren neben seinem Elternhaus eine Zelle, um als Einsiedler zu leben. Als ihn immer mehr Ratsuchende bedrángten, pilgerte er um 710 nach Rom zu Papst Konstantin I., der ihn zum Bischof weihte und mit Missionsarbeit beauftragte. Wie Kilian wurde er vom Bayernherzog Theodo bei der Missionierung unterstützt; er arbeitete in der Schweiz, in Bayern, im damals bayrischen Norditalien. Bei der Alpenüberquerung zu einem zweiten Besuch in Rom überfiel ihn, so wird überliefert, ein Bár und tötete sein Maultier, woraufhin dieser Bár Korbinians Gepáck nach Rom tragen musste.In Rom erteilte der Papst Korbinian die Erlaubnis, ein Kloster zu gründen und von dort aus zu wirken. Zunáchst ließ Korbinian sich bei Mais - dem heutigen Meran in Südtirol - nieder und gründete das Kloster Kains - das heutige Caines - , wurde aber von Theodos Sohn Grimoald nach Bayern zurückgerufen. Bonifatius hatte im Auftrag von Papst Gregor III. ein Bistum vorbereitet und ihm eine rechtliche Struktur gegeben, das nun um 720 mit Korbinian an der Spitze errichtet wurde. In Freising errichtete er eine Kirche zu Ehren von Stephanus - Vorláufer der heutigen Abtei Weihenstephan.Korbinian warf seinem Förderer Grimoald seine Ehe mit Plektrudis, der Witwe seines Bruder, vor; der trennte sich von seiner Frau, die aber plante ein Attentat gegen den Bischof, der in sein Kloster nach Kains floh. Grimoalds Nachfolger im Amt des Herzogs, Hugibert, holte spáter Korbinian zurück, der vom Volk begeistert begrüßt wurde, doch er starb bald darauf.Korbinians Leichnam wurde in Kains bestattet, am 20. November 765 aber wieder nach Freising zurück gebracht. Der Dom von Freising ist neben Maria Korbinian geweiht und beherbergt seine Reliquien in einem wertvollen Schrein.1942, aus der Kriegsnot geboren, unternahmen vier junge Frauen eine Wallfahrt nach Freising; nach dem Krieg nahm die Jugendkorbinians-Wallfahrt einen rasanten Aufschwung.
Kategorie: Messe nach Jahr / Katholisches Messbuch 2019 / Katholisches Messbuch von November 2019
Veröffentlicht: 2026-07-14T18:16:38Z | Aktualisiert: 2026-07-14T18:16:38Z